World of Budo

 
 

Die Welt der Kampfkünste
 
 Ursprung & Entwicklung

Selbstverteidigungs- und Kampfsysteme gibt es, seit Menschen auf Erden leben, die ihre Probleme durch die Anwendung von Gewalt zu lösen versuchten.
 
Der Selbsterhaltungstrieb des Menschen und der Wille, kriegerische Auseinandersetzungen oder Überfälle zu überstehen bzw. dabei siegreich zu bleiben, führten bei vielen Völkern der Erde zur Entwicklung eigener Kampfkünste, die unter Benützung von Waffen oder waffenlos betrieben wurden. Die Kampfkünste dienten oft militärischen Zwecken und sollten wehrfähig machen bzw. kampfkräftig erhalten. Sie erlebten nicht nur im Osten, sondern auch im Westen Blütezeiten. Ihre Vielfalt ist beeindruckend!
 
Abgesehen von angeborenen, instinktiven Abwehrreaktionen entdeckte man wirksame Techniken oft durch Zufall, Nachdenken oder Tierbeobachtung. Im Lernprozess durch Versuch und Irrtum wurden solche Techniken immer wieder verbessert und oft zu Kampf-Systemen weiterentwickelt.
 
Weil die anatomischen Voraussetzungen überall gleich waren (Menschen haben nun einmal nur zwei Arme und zwei Beine!), kam man bei der „Erkundung“ solcher Techniken in den unterschiedlichsten Kulturkreisen und Epochen häufig zu ähnlichen Ergebnissen.
 
Das Training der Kampfkünste wurde meist mit militärischem Ernst betrieben, weil davon das eigene Überleben abhing. Fertigkeiten in den Kampfkünsten waren eine Art „Lebensversicherung“.
 
Aus dieser Zeit stammt die hohe Verehrung, die man alten asiatischen Meistern entgegenbringt: Wer alt wurde und alle Gefechte überlebt hatte, musste besser als andere und letztendlich weise sein.
 
Im Laufe der Jahrtausende wurden die Kampfkünste hauptsächlich von Männern betrieben. In neuerer Zeit werden zunehmend auch Frauen in den Kampfsportarten aktiv. Sie sollten dabei allerdings nicht übertreiben wie die Amazonen im Altertum, die bekanntlich auf eine Brust verzichteten, damit diese beim Bogenschiessen nicht störe.
 
Frauen können heute regelmäßig und ernsthaft Kampfsport betreiben und wirksame Verteidigungspraktiken erlernen, um sich im Ernstfall gegen Aggressoren wehren zu können.
 
Kampfsport ist eine hervorragende Charakterschule: Mut, Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit schnell zu Handeln, werden ebenso gefördert, wie ein wachsames Auge, Geistesgegenwart, innere Ruhe, Vorsicht und Behutsamkeit. Mit Kampfsport lernt man Angst zu überwinden, auch unter Stress sinnvoll zu agieren und aufkommende Überheblichkeit zu beherrschen.
 
Dies alles erschließt sich nur dem Kampfsportler, der langfristig und ernsthaft übt und kämpft! Er muss bereit sein, diesen beschwerlichen Weg (DO) zu gehen, denn der Reifungsprozess führt unweigerlich über die Praxis!
 
Die Faszination des Kampfsports beruht auf dem Streben nach Perfektion körperlicher Fertigkeiten und einer damit einhergehende Verinnerlichung geistiger Werte: “Lernen ist wie gegen den Strom schwimmen – wer aufhört, treibt zurück!“

Nachstehend sind einige der bekanntesten Kampfsportarten aufgeführt und so kurz wie möglich beschrieben.
 

AIKIDO Diese japanische Sportart wurde vor etwa 50 Jahren begründet. Frei übersetzt heißt Aikido: „Körper und Geist in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Natur und in Harmonie zueinander bringen“. Aikido lehrt, aggressive Kräfte zu kontrollieren und umzulenken. Durch geschicktes, rechtzeitiges Ausweichen und geschmeidige, fließende Bewegungen passt man sich einen Angriff an und lässt die Kraft des Angreifers leer laufen, so dass der Gegner sein Gleichgewicht verliert.
 
 
BOXEN Die Kunst, mit den Fäusten zu kämpfen ist Jahrtausende alt. Sie wurde im Laufe der Geschichte als nützlicher Kampfsport zur Erziehung der Jugend gelobt, aber auch als gewalttätiges Spektakel verpönt und war zeitweise verboten. Das moderne Boxen entwickelte sich im 17. Jahrhundert in England. Der Fechtlehrer James Figg gilt als Begründer der „manly art of selfdefence“, bei der mit bloßen Fäusten gekämpft wurde. Um 17.40 stellte der Engländer Jack Broughton (der als Erfinder des Boxhandschuhs gilt) feste Kampfregeln auf.

HAPKIDO Die Selbstverteidigungskunst „Hapkido“ entstand in Korea vor über 1000 Jahren. Hapkido-Bewegungen sind rund, harmonisch und natürlich. Es werden Wurf-, Hebel-, Faust- und Fußtechniken für Angriff und Verteidigung gelehrt.
 
 
JIU-JITSU Dieses traditionsreiche japanische Selbstverteidigungs-System entstand aus Verteidigungspraktiken, die die üblichen Kampftechniken der Samurai ergänzten. Hatte ein Krieger keine Waffe zur Verfügung, bediente er sich schon in alter Zeit waffenloser Techniken. Die Grundlage ist das Prinzip: „Nachgeben, um zu siegen.“ „Jiu“ bedeutet weich, sanft; „Jitsu“ heißt Kunst. Jiu-Jitsu beinhaltet die Abwehr eines Angriffs unter Ausnutzung von Hebelgesetzen und anatomischen Kenntnissen der Schwachstellen des menschlichen Körpers.
 
 
JUDO Gegen Ende des 19. Jahrhundert entwickelte der Japaner Jigoro Kano aus verschiedenen Selbstverteidigungskünsten der Samurais eine neue Form des sportlichen Zweikampfes. Kano nannte diese neue Form Judo (ju = sanft, do = Weg).  Wichtig war ihm, dass auf harte & gefährliche Tritt- & Schlagtechniken verzichtet wurde. Somit zeichnet sich Judo durch Wurftechniken aller Art aus, e.g. Hüftwürfe, Fußfeger oder Selbstfalltechniken. Typische Bodentechniken sind Festhalter, Würger & Hebeltechniken auf den Ellenbogen. Das sportliche Ziel ist es, mit kleinem Kraftaufwand eine große Wirkung zu erzielen, i.e. des Gegners/Übungspartners Kraft geschickt auszunutzen, um eine Judotechnik anzubringen. So wird dessen Stossen mit Ziehen beantwortet & umgekehrt, um mit einer Judotechnik abzuschließen. Judo ist mehr als nur eine sportliche Betätigung. Neben partnerschaftlichem Üben stehen auch ethische Werte wie Ehrlichkeit, Bescheidenheit oder Verständnis & Respekt füreinander im Vordergrund, denn Judo wird mit einem Partner geübt & nicht gegen ihn, für dessen Wohlergeben man sich verantwortlich fühlt. Daher eignet sich Judo für Menschen jeden Alters sowie für Damen & Herren gleichermaßen. Durch den koreanischen ETH-Doktoranden Hanho Rhi gelangte Judo 1925 auch in die Schweiz.
 
 
JU-JUTSU Dieses Selbstverteidigungs-System wurde 1969 in Deutschland zusammengestellt. Es basiert hauptsächlich auf Judo-, Karate-, Aikido- und Boxtechniken und kombiniert diese zu einer „neuen“ Verteidigungskunst. Ein zielgerichtetes, regelmäßiges Training soll technische Fähigkeiten schulen sowie Schnelligkeit und Reaktionsvermögen entwickeln. Beim Ju-Jutsu werden neben Tritt- und Schlagtechniken auch Würfe und Ausheber angewendet. Mit Hand-, Fuß-, Bein- und Genickhebeln kann man einen Angreifer durch (dosierte) Schmerzufügung zur Aufgaben zwingen.


KARATE Die Grundidee des Karate stammt aus China, wo ähnliche Kampfpraktiken schon vor Jahrtausenden gelehrt wurden. Der Legende nach soll der indische Zen-Mönch Bodhidharma, dem die beschwerliche Reise aus seiner Heimat nach China den Wert körperlicher Leistungsfähigkeit vor Augen geführt hatte, ein kombiniertes Körperertüchtigungs- und Verteidigungssystem erdacht haben. So lehrte er chinesische Mönche im Shaolin-Kloster die Schlag- und Trittschule. Diese ähnlichen Kampfkünste verbreiteten sich in China und gelangten auch nach Okinawa, wo sie über etliche Zwischenstufen zum „Tomari-Te“ und zum „Naha-Te“, den beiden ursprünglichen Formen des Karate, weiterentwickelt wurden. Das japanische Wort Karate setzt sich den Begriffen „kara“ = leer und „te“ = Arm, Hand. Vor dem Austausch der Schriftzeichen durch Gichin Funakoshi, stand an erster Stelle ein „kara“ ausgesprochenes Schriftzeichen, dass die Bedeutung „chinesisch“ (genauer „die Tang-Dynastie“) hat. Dem Begriff ist oft das Wort „do“ = Weg angehängt, um die Notwendigkeit lebenslangen Übens hervorzuheben. Karate bedeutet, genau gezielte Schläge, Stöße und Tritte gegen empfindliche Körperstellen des Gegners anzubringen bzw. solche Treffer (z.B. durch Blocktechniken) zu vermeiden. Im sportlichen Kampf werden die Techniken zwar annähernd realistisch ausgeführt, jedoch der Zielpunkt so berechnet, dass Verletzungen vermieden werden können. Karate ist ein hervorragendes Training für den ganzen Körper und fördert Gelenkigkeit, Distanzgefühl, Reaktion und Selbstdisziplin. Es gibt im Karate verschiedene Stilrichtungen: „Shotokan Karate“, benannt nach Gichin Funakoshis Künstlername „shoto“, das sich durch tiefe, weite Stellungen, präzise Kata-Ausführung (Schattenkampf), unkomplizierte Techniken, Schlagkombinationen und schnelle Fußarbeit auszeichnet; „Wado-ryu“, das sich durch harmonische Bewegungen und Schnelligkeit aus zeichnet; „Goju-ryu“, ein Hart-Weich-Stil, hat runde Bewegungen und ist besonders geschmeidig; „Shito-ryu“, das durch kräftige Bewegungen und tiefe Stellungen geprägt ist. Dieser Stil legt ebenfalls ein besonderes Augenmerk auf die Perfektion der Kata (Schattenkampf); „Kyokushinkai“, wörtlich „Gesellschaft zu Erforschung der absoluten Wahrheit“, wurde von Masutatsu Oyama begründet. Seine spektakulären Bruchtests (er tötete eigenhändig Stiere und schlug ihnen die Hörner ab) sind berühmt-berüchtigt.


KEMPO Während der Choon-Chew-Dynastie entstand in China ein Verteidigungssystem, bei dem Kopf, Hand-flächen, Handkanten, Finger, Fäuste, Schultern, Ellenbogen, Knie, Zehen, Fersen und Fußkanten in unterschiedlichen Stellungen eingesetzt wurden. Diese Kunst dienste zugleich der Körperschulung und der Selbstverteidigung. Die Kempo-Techniken (Kempo=Lehre vom Boxkampf) beruhen auf den gegensätzlichen Prinzipien des „Yin und Yang“. Kempo besteht aus einer Mischung von „weichen“ und „harten“ Methoden. Kempo wurden besonders in der Ming-Epoche gepflegt und in China in mehreren nördlichen und südlichen Provinzen in vielen unterschiedlichen Stilen betrieben und unter Namen wie Chuan Fa oder Kung Fu bekannt. Im Laufe der Zeit entwickelten und veränderten sich die Kung Fu-Techniken und entfernten sich vom Shaolin-Kempo, das aber noch heute als Selbstverteidigung ohne Waffen fast in seinem Urstil gelehrt wird. Viele unterschiedliche asiatische Selbstverteidigungs-Systeme, die auf Stoss-, Schlag- oder Tritttechniken beruhen, gehen auf Urformen des Shaolin-Tempelboxens zurück.
 
 
KICK-BOXEN Kick-Boxen, anfänglich auch „Full Contact (Karate)“ genannt, ist ein junger Kampfsport, der in den 70er Jahren in den USA entstand. Vom Karate übernahm man die Fußtechniken, wobei die Tritte nicht mehr (wie beim klassischen Karate) kurz vor dem Körper des Gegners gestoppt werden. Die Fausttechniken stammen aus dem Boxsport. Kniestöße, Schienbeintritte (Low-Kicks) und der Einsatz der Ellenbogen sind verboten. Kick-Boxen wird wie ein Boxkampf im Ring ausgetragen. Ziel des Kampfes ist ein K.o. oder Punktsieg. Eine Vorstufe bzw. abgemilderte Form des Full Contact ist das „Leichtkontakt-Kickboxen“ (Semi-Contact). Dabei werden die gleichen Techniken wie im Vollkontakt (nur kontrolliert und mit verminderter Kraft) angewendet. K.o.-Schläge zum Kopf usw. sind verboten.
 
 
KOBUDO Unter Kobudo (kleine Kriegskünste) versteht man heute die Fertigkeit, mit alten, traditionellen Waffen umzugehen. Die Bauern benutzten ihre Ackergeräte als Verteidigungswaffen, die sie mit karateähnli-chen Bewegungen erfolgreich handhabten. Man benutzte de Dreschflegel „Nunchaku“ (zwei mit einer Kordel oder Kette zusammengebundene kurze Holzstöcke) zum Kampf und schützte sich, indem man die Stöcke um sich herumwirbelte oder den Gegner damit angriff. Auch die dreispitzige Gabel „Sai“ (ursprünglich ein religiöses Symbol) war eine gefürchtete Waffe. Sie wurde insbesondere zur Schwertabwehr bzw. zum Abbrechen der Klinge benutzt. „Kombo“, die Kunst sich mit dem Stock (Bo, Hanbo) zu verteidigen, übernahm man aus der Tradition buddhistischer Mönche, die ihren „harmlosen“ Wanderstab notfalls als wirksame Waffe einsetzten. Außerdem kamen der Griff zum Drehen des Mühlrades „Tonfa“ (als Schwertschutz für Unterarm und Ellenbogen) und die ursprünglich aus Holz gefertigte Sichel zum Reisschneiden „Krama“ zum Einsatz.
 
 
KUNG FU/WUSHU International sind heute viele Namen für chinesische Kampfkunstarten gebräuchlich. Ein altes Körperertüchtigungssystem trug den Namen „Chi Kung“. Vermutlich ist aus diesem Wort die Bezeichnung „Kund Fu“ (harte Arbeit) entstanden, die sich in Europa als Oberbegriff etabliert hat. In China selbst werden die Kampfkünste jedoch anders genannt, sie heißen dort „Wushu“ (Kriegskunst). „Kung Fu“ beinhaltet nicht nur Kampfkunst und Körperertüchtigung, sondern auch philosophische und medizinische Aspekte und wurde zur nationalen Tradition in China. Die Gesundheit und Gelassenheit der Bevölkerung waren in der jahrtausendalten chinesischen Kultur die Basis zur Entwicklung der inneren Stärke des Reiches. Man versuchte die Bevölkerung auch in Friedenszeiten durch vorgeschriebene, tänzerische Bewegungsabläufe körperlich fit zu halten. Die Übungen sollten die Lebenskraft stärken und die Einheit von Körper und Geist fördern. Perfektes Wushu heißt: Traumwandlerische Beherrschung von Griffen, Sprüngen, Stößen, Schlägen und Tritten.
 

NINJUTSU Vor Jahrhunderten entstanden im feudalen Japan „Ninja-Familien“. Die Ninja (Schattenkrieger) führten, bewaffnet oder unbewaffnet, Attentate und Sonderaufgaben aus, betätigten sich als Kundschafter und Spione und behaupteten sich in unwegsamen Regionen. Sie waren keine regulären Krieger, nahmen nicht an Schlachten teil und fühlten sich nicht an den Ehrenkodex der Samurai (Krieger) gebunden. Die einzelnen Ninja-Clans entwickelten unterschiedliche, komplexe Selbstverteidigungs-s-praktiken bzw. Stile, die von Kindheit an geübt, innerhalb der Familie weitergegeben und streng geheim gehalten wurden. Sie passten sich dem Geschick ihrer Umgebung an und verwendeten spezielle Waffen bzw. Werkzeuge, wie z.B. das Blasrohr (mit vergifteten Pfeilen!) oder ein Seil mit Wurfanker, das sie zum Klettern und als Waffe benutzten. Typische Ninjawaffen sind der handliche Wurfstern „Shuriken“ der früher häufig vergiftet eingesetzt wurde und der „Shogei“, ein Dolch mit Haken, Kette und Eisenring. Die Ninja benutzten bestimmte Überlebensstrategien, galten als Meister der Tarnung und waren wegen ihrer speziellen Kampfkünste (Ninjutsu) gefürchtet.
 
 
PENCAK SILAT Diese Sportart ist in Indonesien (besonders auf Java und Sumatra) und in Malaysia beheimatet und wird dort schon an der Schule gelehrt und bei der Polizei betrieben. Das traditionelle Pencak Silat (indonesisch = kunstvolles Kämpfen) hat tänzerischen Charakter. Angriffe werden elegant durch Aus-weichen und Ableiten der Kraft des Gegners abgewehrt. Die ästhetischen Eröffnungsphasen eines Kampfes und der schnelle Wechsel zwischen hohen und sehr tiefen Stellungen sind typisch für Silat. Pencak Silat beinhaltet eine Vielzahl von Angriffs- und Verteidigungsbewegungen: Schlagtechniken, Tritte und Abwehrtechniken sowie Blöcke, Würfe, Griffe und Hebel. Blitzschnelle Anspannung und Entspannung wechseln einander ab. Ein Merkmal des Pencak Silat sind die fließenden Bewegungen und das Ausweichen.
 

RINGKAMPF Ringen ist eine der ältesten Sportarten der Welt! Schon im Altertum war das Ringen weit verbreitet und in verschiedenartiger Weise entwickelt.
 

SHIN AIKI Shin Aiki ist eine Synthese von Aikido und Bodo (Bo = Stock). Es ist ein idealer Ausgleich zu Studium und Beruf, da es sowohl der körperlichen Fitness als auch der geistigen Beweglichkeit dient.  Im spielerischen und experimentierfreudigen Umgang mit Energie (Ki), Kraft und Schwung üben wir Selbstwahrnehmung und achtsamen Umgang mit uns selbst und anderen. Wir erlernen diverse Bewegungen und Techniken (mit und ohne Stock) und beschäftigen uns mit Elementen wie Atmung, Dehnen, innerer Ruhe und Abrollen. Es ist unser Ziel, die Energie fließen zu lassen, und uns nicht mehr gegen, sondern mit der Energie zu bewegen.
 

TAEKWONDO Das moderne Taekwondo entstand um 1945 durch Zusammenschluss der größten koreanischen Kampfkunstschulen. Aus jener Zeit stammt auch der Name „Taekwondo“, der übersetzt „Fuß-Hand-Weg“ bedeutet. Taekwondo, die „Kunst der Faustschläge und Fußtritte im Sprung“ ist eine intensive und umfassende Körperschulung. Es beinhaltet auch die Selbstverteidigung „Hosinsul“, die im Ernstfall besonders wirksam ist. Die Taekwondo-Sportler kämpfen heute mit Kampfweste und Kopfschutz. Es wird mit voller Kraft geschlagen bzw. getreten. Fußtritte dürfen nur auf die Kampfweste und zum Kopf ausgeführt werden. Faustschläge dürfen nur auf die Kampfweste treffen. Würfe und das Erfassen des Gegners sind verboten.
 
 
TAI CHI CHUAN Das Schattenboxen „Tai Chi Chuan“ (eine Hauptrichtung der chinesischen Kampf- und Bewegungskünste „Kung Fu“) ist eine sanfte, lockere Bewegungstherapie. Tai Chi bedeutet „das höchste Gesetz“; Chuan heisst Faust. Heute unterscheidet man bei Tai Chi mehrere Stilarten, von denen es zahlreiche Varianten gibt. Thai Chi Chuan ist auf dem Prinzip des Yin und Yang (den zusammenwirkenden und sich bekämpfenden Kräften) aufgebaut: Harte und nachgiebige Bewegungen und Ruhepausen sollen sich harmonisch verbinden. Die zweckmäßigen Bewegungen von Händen, Unterarmen, Schultern, Hüften und Beinen werden wie ein langsamer Tanz vorgeführt. Man übt allein, zu zwei (als Partnertraining) oder in Gruppen. Kraft und Schnelligkeit spielen keine Rollen, wohler aber die Folge der Bewegungen und die Genauigkeit ihrer Ausführung. Tai Chi Chuan soll den Menschen nach dem Motto vervollkommnen: Geschmeidigkeit wie ein Kind, start wie ein Holzfäller, und gelassen wie ein Weiser.
 
 
THAI-BOXEN Das Thai-Boxen „Muay-Thai“ erfreut sich heute in Thailand, vor allem als Profi-Sport, großer Beliebtheit. Es entwickelte sich vermutlich aus alten chinesischen Kampfkünsten, verbreitete sich dann in ganz Thailand und wurde so zum Nationalsport. Die Kämpfer treten barfuss auf. Sie tragen Boxhandschuhe und kämpfen mit Fäusten und Ellenbogen gegeneinander. Außerdem wird das ganze Bein (Zehen, Spann, Ferse, Schienbein, Knie und Oberschenkel) zum Angriff und zur Verteidigung benutzt. Die Schnelligkeit und die „Nehmerqualitäten“ der Thai-Boxer sind bemerkenswert. Ihre besondere Spezialität sind Schienbeintritte und Kniestöße. Thai-Boxen ist ein sehr harter realistischer Kampfsport, der eine besondere Körperschule erfordert.
 
 
VIET VO DAO Viet Vo Dao, die moderne vietnamesische Kampfkunst, entstand aus alten Geheimkünsten buddhistischer Mönche. Die traditionellen Kampfpraktiken des Landes wurden 1938 zu einem einheitlichen System zusammengefasst. Viet = Vietnam, Vo = Kampfkunst, Dao = Weg, Lehre, wird als Sport betrieben und auch zur Selbstverteidigung geübt. Es werden Fußtritte, Fauststöße (die im Kreisbogen ausgeführt werden), Wurf- und Waffentechniken mit Stock, Dreschflegel, Messer und Kurzschwert gelehrt. Die Hände werden teilweise wie ein Vogelschnabel benutzt (Hahnenkampfschule). Man legt Wert auf Atemübungen und die Stärkung der inneren Energie.

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 Kampfkünste im BUDO-CLUB-DRESDEN

CAPOEIRA >> Capoeira ist von afrikanischen Sklaven in Brasilien entwickelt worden. Als Grundlage dienten neben alten Kampftechniken und Tierbeobachtungen vor allem traditionelle religiöse Rituale, Tänze und Musik. Neben der Funktion als Kampftraining diente die Capoeira der Kommunikation, der Identitätsfindung, der Sehnsucht nach der Heimat und der emotionalen, mentalen und körperlichen Befähigung zur Flucht.
Heutzutage gibt es viele Schulen verschiedener Stilrichtungen. Die Capoeira ist äußerst vielseitig, da sie Akrobatik, Kampfsport, Rhythmik, Reaktionsfähigkeit, Improvisation und Kreativität vereinigt. Der Spieler befindet sich in ständiger Bewegung: Zum einen, da der Grundschritt bereits ein Wiegeschritt ist (die Ginga), zum anderen, weil es sehr viele tiefe Bewegungen in der Hocke, bzw. Akrobatik kopfüber (Radschlag, Kopfstand etc.) gibt. Dadurch und durch die Philosophie, allen Schlägen auszuweichen und nur im Notfall zu blocken, stellen sie dem anderen kein leicht zu treffendes Ziel dar.

KENDO >> Nach der jahrhundertelangen Entwicklung der Schwertkampftechnik in Japan, die ursprünglich auf die Tötung des Gegners ausgerichtet war, entstand Kendo, „der Weg des Schwertes“. Dieser schnelle und bewegliche sportliche Zweikampf mit geringer Verletzungsgefahr, verkörpert neben einer technischen Vollendung der Fechttechnik, geistige und charakterliche Werte.

Die japanischen Krieger übten seit Jahrhunderten den Gebrauch des Schwertes im Kenjutsu. Aus den vielfältigen Stilen unzähliger Schulen entstanden die einheitlichen Grundlagen des Kendo wie sie noch heute bestehen. Modernes Kendo ist eine sehr „sportliche“ Kampfkunst, zählt allein in Japan etwa 2 Mio. Aktive und fand ab 1951 von dort aus auf der ganzen Welt Verbreitung. Seit 1999 gibt es auch in Dresden die Möglichkeit Kendo zu trainieren. Zielsetzung ist im Kendo, neben Aufmerksamkeit, Ausdauer, Belastbarkeit, Geschick auch Entschlusskraft, Konzentration und Reaktionsvermögen, sowie Selbstdisziplin, Verantwortung, Teamgeist und vor allem Fairness zu fördern.

IAIDO >> In der traditionellen japanischen Schwertkunst Iaido, lernen die Übenden in allen erdenklichen Situationen das Schwert schnell zu ziehen und einen kampfentscheidenen Schnitt zu führen. Iaido geht aber über die blosse Schwerttechnik hinaus. Man kann die Schriftzeichen für Iaido demnach mit ‚einer Situation entsprechend handeln‘ übersetzen.

Ziel ist heute nicht mehr zu lernen einen Gegner zu töten, sondern das eigene Ego soll durch das Schwert überwunden werden, um die persönliche Vervollkomnung zu verfolgen. Daher übt man im Iaido, die Kata alleine, die Gegner sind nur imaginär. Fehler dabei können nun nicht mehr auf andere geschoben werden, sondern müssen in einem selbst bereinigt werden. Ungefährliche Partnerübungen mit dem Bokken sind möglich. Mit ihnen können Funktion, Abstand, Timing und Dynamik einer Kata verdeutlicht werden.Höchstes Ziel ist ‚Saya no uchi no kachi saya‘ - Siegen ohne das Schwert zu ziehen.

YOMITOKAN-BUDO >> ist eine Synthese aus verschiedenen Kampfkünsten. Die Grundidee  ist, die verschiedenen Kampfkünste zu studieren, ob das die Kunst der Würfe, - der Hebel, - der Fußtritte oder Handtechniken sind. Dieses System soll den Spagat zwischen den alten Traditionen und den modernen Einflüssen sein. Ziel ist es nicht die strenge Etikette im Training zu wahren, sondern die Welt des Budo und der japanischen Kultur zu vermitteln - im körperlichen und geistigen Sinne. Um auch die Jüngeren an die Kampfkünste ranzuführen, sind auch moderne Aspekte - die sich im ständigen Wandel befinden - mit in das System integriert.Ist ein modernes System, dass aus Selbstverteidigung, Waffenformen, Freestyle/Akrobatik und Überlebenstraining besteht.

ATK-Selbstverteidigung >> ist ein modernes Selbstverteidigungs system, bei dem neben der Abwehr von potentiellen Angriffen die Kontrolle des Angreifers an erster Stelle steht. Hierfür werden überwiegend Atemi-Techniken (Beeinflussung empfindlicher Körperstellen des Angreifers) eingesetzt.
Waffenformen >> Möglichkeit der Spezialisierung einer Waffe
Freestyle >> umfast akrobatische Elemente des Kampfsports
Survival >> Überlebenstraining und Selbstverteidigung in der Natur


BUDO ist eine repräsentative Kultur Japans und steht mit der Natur in direktem Zusammenhang. Wer sich intensiv mit dem Budo beschäftigt, wird sicherlich feststellen, dass sich hinter dem Training von bestimmten Bewegungsabläufen mehr verbirgt, als nur reines Bewegen von Armen und Beinen, sondern dass das Training ganz eng mit dem inneren Weg des Budoka und der Natur verbunden ist. Große asiatische Budo-Meister weisen darauf hin, dass das Endziel des Budo die Einheit zwischen Körper, Geist und Seele ist.

Brazilian Jiu-Jitsu >> Das Brasilianische Jiu-Jitsu ist die südamerikanische Variante des traditionellen, japanischen Jiu Jitsu und wurde von den Brüdern Carlos und Helio Gracie entwickelt. Carlos Gracie lernte das Jiu Jitsu von Mitsuo Maeda, einem Schüler von Jigoro Kano und gab es an seinen jüngeren Bruder Helio weiter. Helio war körperlich eher schmächtig und konnte viele der traditionellen Jiu Jitsu Techniken nicht anwenden. Aus diesem Grund veränderte er die Mechanik und Hebelwirkung vieler Techniken und machte sie somit effektiver und auch für körperlich schwächere Personen anwendbar. Helio und Carlos unterrichteten ihre Kinder im Jiu Jitsu und so erschufen sie die nächste Generation von Kämpfern und Lehrern, die das Brazilian Jiu Jitsu weiter verbreiteten und die Effizienz des Stiles in vielen Vale Tudo Herausforderungskämpfen immer wieder bewiesen.

In den siebziger Jahren kam einer der Söhne von Helio, Rorion Gracie in die USA, um dort Fuß zu fassen und Karriere zu machen. Er unterrichtete den Familienstil in seiner Garage und langsam interessierten sich auch in den USA immer mehr Menschen für diese Kampfkunst. Anfang der Neunziger Jahre eröffnete Rorion eine große Akademie in Los Angeles und erschuf zusammen mit dem Werbefachmann Art Davie, die legendären "Ultimate Fighting Championships" (kurz "UFC"). Bei diesen Wettkämpfen, die im amerikanischen "Pay-per-View- Fernsehen" übertragen wurden, kämpften Kampfkünstler der verschiedensten Stile ohne viele Regeln gegeneinander. Ziel war es, den Gegner k.o. zu schlagen oder ihn zur Aufgabe zu zwingen. Royce Gracie, der Sohn von Helio Gracie war der leichteste Teilnehmer und gewann trotzdem überlegen drei der vier teilgenommenen UFC-Turniere. Wobei er alle gewonnenen Kämpfe durch Aufgabe des Gegners beendete. Bis heute ist er der einzige Kämpfer, der jemals 4 Kämpfe in einer Veranstaltung gewinnen konnte.

Sein Kampfstil ist bis heute prägend für BJJ-Kämpfer während eines MMA-Kampfes. Schläge und Tritte, die beim BJJ nicht den Schwerpunkt bilden, werden in erster Linie taktisch benutzt, um den Gegner zu veranlassen, als Schutzreaktion einen Arm oder ein Bein zu bewegen, welches dann ergriffen werden kann, um eine finale Hebel- oder Würgetechnik einzusetzen. Im Standkampf wird vor allem die Meidung der gegnerischen Schläge und Tritte geübt. Die Distanz zum Gegner so schnell wie möglich zu überbrücken, um ihn in den Bodenkampf zu verwickeln, ist ebenfalls BJJ typisch. Die Erfahrung mit regellosen Kämpfen zeigt, dass das eigene Verletzungsrisiko durch ein solches Kampfverhalten minimiert werden kann, da es durch die geringe Distanz in der Bodenlage nur wenige Positionen gibt, in denen harte Schläge ausgeführt werden können. Es ist jedoch falsch, BJJ mit Valetudo, Free Fight oder MMA gleichzusetzen. Das Brazilian Jiu-Jitsu konzentriert sich auf den sportlichen Bodenkampf ohne Schläge und Tritte.

Ein dem BJJ sehr ähnlicher Stil ist das brasilianische Luta Livre (Freies Kämpfen) – im Gegensatz zum BJJ oder japanischen Jiu Jitsu wird beim Luta Livre kein Gi getragen. BJJ ist u.a. Grundlage für die Nahkampfausbildung von US-Spezialeinheiten wie Green Berets und Delta Force.

In der sportlichen Variante messen sich Kämpfer in verschiedenen Gewichts- und Anfänger/Fortgeschrittenen Klassen, die nach der Gürtelfarbe der Kämpfer einteilen. Diese Abstufung der Gürtel im BJJ unterscheidet sich von anderen japanischen Gürtelsystemen. Die Farben, vom Anfänger zum Meister, sind weiß - blau - lila - braun - schwarz. Traditionell werden im BJJ die Gürtel von dem Meister (in der Regel ein Schwarzgurt) an seine Schüler "verliehen". Hierbei ist weniger entscheidend, wie lange die Person BJJ bereits ausübt, sondern eine "beltpromotion" (Gürtelverleihung) findet anhand des Erfolges statt, den die Schüler im Training oder auf Wettkämpfen unter Beweis stellen konnten. Viele Schulen vergeben auch noch bis zu vier Streifen pro Gurt, die zusätzlich eine Feinabstufung des Könnens darstellen sollen. Theoretisch sollte ein höher graduierter Kämpfer (höhere Gürtelfarbe bzw. mehr Streifen bei gleicher Gürtelfarbe) gegen einen nieder graduierten Kämpfer gewinnen (können).

Der sportliche BJJ Kampf mit Gi startet in der Regel im Stand (Schläge, Tritte, Kratzen, Beißen etc. sind verboten) und wird meistens nach einem sog. "Takedown" am Boden fortgesetzt und beendet. Der Kämpfer hat zwei Möglichkeiten den Kampf zu gewinnen. Im BJJ erhalten die Kämpfer für bestimmte Positionen oder Aktionen, die für sie vorteilhaft sind oder den Kampfverlauf zu ihren Gunsten ändern, Punkte. Beispielhaft kann das Einnehmen der "Mount" - man sitzt auf dem Brustkorb des Gegners - oder ein erfolgreicher "sweep" - man schafft einen Wechsel von einer ungünstigeren Position in eine bessere z.B. von der Rückenlage in die Oberlage - genannt werden. Unabhängig vom Punktestand besteht jederzeit die Möglichkeit, den Gegner mit einer "Submission" (Unterwerfung) zur Aufgabe zu zwingen, die dieser durch Klopfen mit der Hand auf die Matte, seinen oder den Körper des Gegners symbolisiert. Dies kann durch zahlreiche Würge- und Hebeltechniken herbeigeführt werden. Erreicht keiner der Kämpfer nach Ablauf der Kampfzeit (meistens 5-10 min) eine "Submission" des Gegners, gewinnt der Kämpfer mit den meisten Punkten.